Start Technik Startarten
23 | 06 | 2017
Startarten

 Windenstart:

Ein 360 PS starker Motor der über ein Wandlergetriebe eine Seiltrommel antreibt, wickelt ein 900 m langes und 4,6 mm starkes Stahlseil auf, an dessen anderen Ende ein Segelflugzeug eingeklinkt ist. Allerdings gibt es auch neue hochmoderne Kunststoffseile, diese haben den Vorteil, dass sie leichter sind und weniger bruchempfindlich wie Stahlseile. Durch das schnelle und kraftvolle aufwickeln des Seils wird das Segelflugzeug von 0-100 km/h in etwa 3 Sekunden beschleunigt.
Das Segelflugzeug hebt nach kurzer Rollstrecke ab und nimmt dann eine flache Steigfluglage ein, nach einer Sicherheitshöhe von 50 m beginnt die Steigfluglage mit einem Winkel von etwa 50°. Kurz vor Überfliegen der Seilwinde klinkt das Seil am Flugzeug durch eine Mechanik selbstständig aus. Der Pilot kann das Seil jederzeit auch manuell ausklinken. Mit dieser Startart werden etwa

300 - 400 m Höhe erreicht, bei kraftvollem Gegenwind sind auch 500 m machbar. Es wird dabei eine durchschnittliche Steiggeschwindigkeit von bis zu 8 m/s erreicht. Der Fahrstuhl im Stuttgarter Fernseherturm hat etwa 4 m/s. Die Vorteile des Windenstarts sind die schnelle Startfolge, der geringe Kraftstoffverbrauch von 0,5 l pro Start, geringe Lärmentwicklung und geringe Unterhaltungskosten. Durch die schnelle Startfolge ist der Windenstart ideal für Schulungsbetrieb, deswegen wird auch bei der Fliegergruppe Welzheim e.V. fast ausschließlich mit der Seilwinde geschult.

 

 


Windenseil:

Es besteht aus einem Doppelringpaar, wobei der kleinere im Segelflugzeug eingeklinkt wird. Es folgen etwa 3 m Vorseil, anschließend kommt eine Sollbruchstelle, die das Segelflugzeug vor Überbelastungen im Windenstart schützt. Nach etwa wieder 10 m Seil kommt der Seilfallschirm, der verhindern soll, dass das Seil nach dem Ausklinken unkontrolliert zu Boden fällt. Nun folgt schließlich das etwa 1 km lange Stahl- oder Kunststoffseil bis zur Seilwinde. Die insgesamt 13 m Seil vor dem Seilfallschirm verhindern, dass das Segelflugzeug bei einem Seilriss in den öffnenden Schirm fliegen könnte.

 


 

 

Flugzeugschlepp:

Eine dafür geeignete Schleppmaschine sind ein Motorflugzeug oder ein leistungsstarker Motorsegler. Das Schleppseil ist etwa 30 – 60 m lang und ist meistens ein Kunststoffseil. Das Seil besteht aus einem Doppelringpaar und einer Sollbruchstelle. Nach Einklinken des Seils im Segelflugzeug strafft die Schleppmaschine durch langsames Rollen das Seil. Die Beschleunigung in der Anrollphase des Starts ist geringer als beim Windenstart, der Helfer, der die Tragfläche waagerecht hält, muss länger mitlaufen.
Bei etwa 70 km/h hebt zunächst das Segelflugzeug ab und bleibt dicht über dem Boden, bis auch die Schleppmaschine ihre Abhebegeschwindigkeit erreicht hat. Die Steiggeschwindigkeit hängt stark von der Schleppmaschine und dem Segelflugzeug ab, sie ist im Durchschnitt etwa 2 - 5 m/s. Während des Starts muss der Segelflugpilot auf genaues Hinterherfliegen hinter dem Motorflugzeug achten. Der Pilot der Schleppmaschine sollte auch keine zu engen Kurven fliegen, um den Pilot des Segelflugzeugs nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Vorteilhaft bei dieser Startart ist, dass Ausklinkhöhe und -ort flexibler gewählt werden können und dass für einen Flugbetrieb weniger Helfer notwendig sind.

   

Eigenstart mit Klapptriebwerk:

Einige Segelflugzeuge verfügen über ein ausklappbares Triebwerk, mit dem das Segelflugzeug selbständig starten kann. Nach dem Start wird das Triebwerk eingeklappt, und das Flugzeug verhält sich dann wie ein normales Segelflugzeug. Bei ungünstigen Wetterbedingungen bei den keine Aufwinde mehr zu finden sind, kann das Triebwerk auch wieder während des Fluges ausgeklappt und als Heimweghilfe verwendet werden. Dabei gibt es noch in den Leistungsklassen unterschiede, so können manche Klapptriebwerke nur zur Heimkehrhilfe verwendet werden.

            

 
Wer ist online
Wir haben 28 Gäste online
Wetter
Das Wetter heute
Zähler
Heute67
Gestern209
Woche669
Monat3052
Gesamt314680