Start Segelfugschein
29 | 03 | 2017

Theoretische Ausbildung

Ähnlich wie beim Autoführerschein musst du eine theoretische Prüfung machen. Diese gliedert sich in 2 Bereiche. Zum einen die Theoretische PPL-C Prüfung und das BZF (Beschränkt gültiges Funksprechzeugnis). Sämtliche Fragen werden im Mutiple-Choice Verfahren gelöst (ankreuzen).

Voraussetzungen für die theoretische PPL-C Prüfung:

Du musst bestimmte Fähigkeiten in den Fächern Navigation, Luftrecht, Technik, Meteorologie, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen nachweisen. In Navigation wirst du lernen mit einer Karte umzugehen und verschiedene Techniken der Navigation kennen lernen. Luftrecht beinhaltet Rechtsvorschriften, Haftung und Versicherungspflichten,… Warum fliegt ein Flugzeug? Solche und andere Fragen werden in dem Fach Technik erklärt. Meteorologie gibt dir die Wetterzusammenhänge zu verstehen. Warum es regnet und wie einfach und doch komplex das Wetter ist. Solltest du einmal eine Landung auf einem Acker machen müssen, wird dir das Fach Verhalten in Besonderen Fällen lehren, wie du dich am besten verhältst. Im Fach Menschliches Leistungsvermögen erfährst du etwas über die körperlichen und geistigen Grenzen eines Menschen, wenn er zum Beispiel in Stresssituationen gerät.
Die PPL-C Prüfung ist nicht unbedingt einfach, doch mit der richtigen Vorbereitung ist es gut zu schaffen. Der Unterricht der Fliegergruppe Welzheim wird in Zusammenarbeit mit weiteren Vereinen gehalten und findet in den Wintermonaten statt. Da der Unterricht auch von unseren Fluglehrer gehalten wird, ist dieser kostenfrei. Lediglich die Prüfung im Regierungspräsidium in Stuttgart kostet dann finanzierbares Geld.

BZF Prüfung:

Zusätzlich zur Segelfluglizens muss man ein Sprechzeugnis erwerben. Es wird benötigt um den Sprechfunkverkehr mit den Flugleitern auf den einzelnen Flugplätzen und mit anderen Flugzeugen abzuwickeln. Gegenüber den Berufspiloten und Fluglotsen, die das "Allgemein gültige Funksprechzeugnis (AZF)" benötigen, ist es für uns Segelflieger ausreichend, das "Beschränkt gültige Funksprechzeugnis (BZF)" zu erwerben. Es beinhaltet alle für den Segelflug erforderlichen Kenntnisse nach Sichtflugregeln. Der Unterricht findet ebenfalls in den Wintermonaten statt. Dieser wird von speziellen Fachkräften gehalten und kostet eine einmalige Gebühr. Die Prüfung findet auch in Stuttgart statt, jedoch in der "Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post".

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung gliedert sich in folgende 3 Abschnitte: Der erste Alleinflug oder auch A-Prüfung genannt. Anschließend kommt die B- und C-Prüfung, die die fliegerischen Fertigkeiten verbessert. Die Streckenflugfähigkeiten werden mit einem 50 km Überlandflug nachgewissen. Zum Abschluss folgt die praktische PPL-Prüfung (Privat Pilot Lizenz) mit Beiblatt "C" für Segelflug.

A-Prüfung:

Nach einer ausführlichen Bodeneinweisung fliegst du die erste Zeit mit einem Fluglehrer in dem doppelsitzigen Schulungsflugzeug ASK-21. Wobei der Flugschüler vorne sitzt und die elementaren Dinge der Fliegerei lernt: Starten und Landen, Wirkungsweise und Bedienung der Ruder, Geradeausflug und Kurvenflug, Verhalten vom Flugzeug in Grenzflugzuständen. Nach etwa 40-100 Starts mit dem Fluglehrer wird er dich auf dein erstes wunderschönes Flugerlebnis freigeben. Selbstverständlich nur, wenn er und ein weiterer Fluglehrer von deinen Fähigkeiten überzeugt sind. Dies ist der erste Alleinflug und somit auch die A-Prüfung. Für die A-Prüfung muss ein Flugschüler 3 Platzrunden im Alleinflug meistern. Damit der Flugschüler ein besseres Gefühl für die nun hoffentlich länger werdenden Thermikflüge bekommt, wird dies mit einem Fliegerritual beschleunigt.

B- und C-Prüfung:

Nach deinem ersten Alleinflug wirst du so schnell wie es deine erlernten Fertigkeiten erlauben auf das einsitzige Neuaufgebaute Holzflugzeug Ka6 BRS umgeschult. Nun bist du an der Reihe für lange Thermikflüge. Immer öfter wird es dir gelingen sogar bei thermikschwachem Wetter deine Flugzeit gegenüber der Platzrunde erheblich zu verlängern und deutlich an Höhe zu gewinnen. Du verfeinerst überwiegend deine Flugfähigkeiten selbstständig. Gelegentlich wird ein Fluglehrer bei dir mitfliegen um dir weitere Kniffs des Segelfluges in der Thermik zu zeigen. Aber auch neue Fähigkeiten werden von ihm geschult wie hochgezogene Fahrtkurve, Seitengleitflug, auch "Slip" genannt, und das Fliegen mit anderen Segelflugzeugen zusammen. Es folgen die B- und C-Prüfung.

Streckensegelflug:

Nachdem nun das Handwerkszeug in den Ausbildungsabschnitten erlernt und in den Zwischenprüfungen nachgewissen wurde, heißt es nun üben, üben, üben. In der Zwischenzeit hast du auch deine theoretische PPL-Prüfung und deine BZF-Prüfung bestanden. Es folgt nach einigen Überlandübungsflügen mit dem Fluglehrer dein erster Alleinüberlandflug. Nun gilt es, deine kompletten erlernten Fähigkeiten auf einmal anzuwenden. Es muss das Flugzeug eins mit dir sein und du musst das Wetter anhand der Bewölkung verstehen können. Hierzu wird eine Flugstrecke vom Fluglehrer vorgegeben mit einer Länge von mindestens 50 km. Nun ist dein Zielflugplatz so weit entfernt, dass du ihn im einfachen Gleitflug nicht mehr erreichen kannst, du bist gezwungen Thermik zu finden, die dich an deinen Zielflugplatz bringt.

PPL-C praktische Prüfung:

Es wird dir vom Regierungspräsidium ein Prüfer zugeteilt mit dem du 3 Platzrunden fliegen musst und zeigen sollst, dass du dein Erlerntes anwenden kannst. So muss u.a. die Fähigkeit von dem Seitengleitflug nachgewissen werden, sowie die Beherrschung von Grenzflugzuständen und natürlich der allgemein sichere Umgang mit dem Fluggerät. Nach bestehen dieser letzten Prüfung bist du offiziell ein Segelflugzeugpilot.

Hoffentlich haben dich die ganzen Prüfungen nicht zu sehr in Verwirrung gebracht. Es ist ein weiter aber gut machbarer Weg bis zum Segelflugpiloten. Die Ausbildung macht garantiert wahnsinnig viel Spaß und es ist ein tolles Gefühl, wenn man immer mehr eins wird mit dem Segelflugzeug und es beherrschen lernt.

 
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